Erstes Elektroschiff auf dem Tegernsee nimmt Betrieb auf
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Erstes Elektroschiff auf dem Tegernsee nimmt Betrieb auf

Die Bayerische Seenschifffahrt treibt die Elektrifizierung ihrer Flotte weiter voran: Anfang September 2026 wurde mit der EMS Gmund das erste vollelektrische Fahrgastschiff für den Tegernsee offiziell getauft. Das rund 25 Meter lange Schiff bietet Platz für bis zu 180 Fahrgäste und soll bereits wenige Tage nach der Taufe in den regulären Fahrgastbetrieb starten.

Die EMS Gmund ist für die südliche Rundfahrt auf dem Tegernsee vorgesehen. Dort werden innerhalb einer Stunde acht Anlegestellen bedient, was häufiges Beschleunigen und Abbremsen erfordert. Dafür verfügt das 66 Tonnen schwere Schiff über zwei große Batterieblöcke mit insgesamt 16 Batterien und einer Kapazität von 1.150 kWh. Der Elektromotor leistet umgerechnet rund 300 PS.

Geladen wird das Schiff direkt an seinem Liegeplatz in der Werft. Photovoltaikmodule auf dem Werftgelände sowie Solarmodule auf dem Schiffsdach ergänzen das Energiekonzept. Nach Angaben der Bayerischen Seenschifffahrt haben die Kapitäne das neue Schiff bereits getestet und wurden für den Einsatz eingewiesen.

Investition von 4,2 Millionen Euro

Die Investitionssumme für die EMS Gmund beträgt rund 4,2 Millionen Euro. Gleichzeitig laufen weitere Schritte zur Modernisierung der Tegernsee-Flotte: Ein zweites baugleiches Elektroschiff für 2027 ist bereits in Auftrag gegeben. Auch Hafenanlagen sollen entsprechend angepasst werden.

Erfahrungen mit elektrischer Schifffahrt gibt es in Bayern bereits seit mehr als einem Jahrhundert. Insbesondere am Königssee werden seit vielen Jahrzehnten Elektroboote eingesetzt. Auf dem Starnberger See ist zudem seit 2021 die vollelektrische MS Berg unterwegs.

Die Taufe der EMS Gmund fand in besonderem Rahmen statt: Neben katholischem und evangelischem Geistlichen nahm auch ein Rabbiner an der Zeremonie teil. Als Taufpatin fungierte Charlotte Knobloch. Auch Bayerns Finanzminister Albert Füracker nahm an der Veranstaltung teil.

Alte „Gmund“ bekommt als Saunaschiff ein zweites Leben

Mit dem neuen Elektroschiff endet gleichzeitig eine Ära. Die bisherige MS Gmund aus dem Jahr 1968 wird aus dem Linienverkehr genommen. Verschrottet wird sie allerdings nicht: Das monte mare in Tegernsee übernimmt das Fahrgastschiff und plant den Umbau zu einer Seesauna.

Damit soll die MS Gmund die mittlerweile 101 Jahre alte „Irmingard“ ablösen, die seit 18 Jahren als Saunaschiff genutzt wird. Die Irmingard wiederum soll für einen symbolischen Euro nach Bad Wiessee wechseln. Welche Verwendung dort vorgesehen ist, wurde bislang noch nicht bekannt gegeben.

Mit der Investition setzt die Bayerische Seenschifffahrt ihre Flottenmodernisierung fort. Nach den vorliegenden Informationen befördert das Unternehmen rund 6,6 Millionen Passagiere und erzielt einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro.

Quelle: Bayerischer Rundfunk / Angaben der Bayerischen Seenschifffahrt und Notizen von der Schiffstaufe